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Ferienkurs Die wollen nicht nur spielen...
Rheinberg, 01.08.2011, Erwin Kohl


Rheinberg-Budberg. ... sondern richtig mit Hunden arbeiten. Ein gefragter Schnupperkurs im Rahmen des Rheinberger Ferienkompasses
Er zählt zu den begehrtesten Terminen im Ferienkompass, ist in jedem Jahr als erster ausgebucht. 13 Mädchen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren nutzten in diesem Jahr die Gelegenheit, auf Einladung des Gebrauchshundesportvereins Budberg–Baerl den richtigen Umgang mit dem treuen Begleiter zu erlernen.
Wir wollen Ängste abbauen, zeigen, dass Hunde nicht gefährlich sind“, erklärt Simona Marquardt, 1. Vorsitzende des Vereins, das Ziel. Sie wählt bewusst die Allgemeinform, denn jeder Hund, gleich welcher Rasse und Größe, eignet sich für die Ausbildung. So werden den teilnehmenden Mädchen an diesem Samstag vom Australian Shepherd über Beagle, Pudel, Labrador bis zum Neufundländer 13 unterschiedliche Rassehunde zugelost.
Wenn der Hund
schnüffelt
Zu Beginn stehen Gehorsamsübungen auf dem Programm. Die Besitzer machen es vor, erklären den Kindern Kommandos wie „Fuß“, Sitz“ oder „Platz“, übergeben ihnen dann die Leine. Dabei erweisen sich die Hunde als echte Profis, lassen sich von ihren mitunter nur wenig größeren Begleitern anstandslos führen. Zwischendurch gibt Simona Marquardt wichtige Verhaltensregeln: „Fremde Hunde niemals anfassen, sondern ruhig stehen bleiben. Wenn er anfängt, an euch zu schnüffeln, dürft ihr ihn nach Absprache mit dem Halter streicheln.“
Nach den Kennenlernrunden geht es zur Sache. Agility nennt sich die Hundesportart, bei der die Vierbeiner über Wände und Hindernisse springen oder durch Röhren rennen müssen - oder dürfen. „Hunde wollen beschäftigt werden. Je mehr sie gefordert werden, desto umgänglicher werden sie. Das Schwierigste sind aber nicht die Hürden, sondern der Tunnel. Die Hunde müssen sich neu orientieren, wenn sie rauskommen. Das ist echte Kopfarbeit“, schildert die Vorsitzende.
Gefordert waren auch die Debütantinnen auf dem Trainingsplatz. Ausgerechnet die Kleinste, Bichon-Frise Hündin Swenja, zeigte ihren eigenen Willen. „Sie ist mir abgehauen, wir haben sie alle zusammen eingefangen“, berichtet die zehnjährige Lisa-Marie Berninger.
Laura (10) spricht aus, was wohl alle denken. „Wenn ich groß bin, bekomme ich auch einen Hund. Egal, welche Rasse, ich finde sie alle süß.“ Wer sich für einen Hund als Mitbewohner entscheidet, kann damit die Welpenschule des Budberger Vereins besuchen. 50 Euro kostet der zehnstündige Kurs, in dem neben Grundkenntnissen im richtigen Umgang auch Erste-Hilfe-Maßnahmen am verletzten Hund vermittelt werden.
Alle haben am 30.04.2011 die Begleithundeprüfung bestanden.
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

Welpen auf Lehrgang
Rheinberg, 20.03.2011, Bianca Goch

Auch als Hund muss man lernen: die Welpengruppe im Gebrauchshundeverein MV Budberg-Baerl. Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool.
Rheinberg-Budberg. Für jedes Kind kommt einmal der Tag an dem es auf andere Spielkameraden trifft: Was für Menschen der Kindergarten ist, ist für junge Hunde die Welpengruppe der Hundeschule.
So war die Aufregung bei den jungen Hunden riesig, als sie beim Gebrauchshundeverein MV Budberg-Baerl das erste mal mit anderen, wenige Monate alten Artgenossen, auf der Wiese toben konnten. Unter den wachsamen Augen ihrer Besitzer und Hundetrainerin Rita Goldacker durften die jungen Hunde erst einmal ausgiebig miteinander spielen. Dass es bei so viel kindlichem Temperament etwas wilder zugeht, ist klar. So kam es, dass schon nach wenigen Minuten Gordon-Setter Hündin Hera als erste im Zaun landet und vorsichtig befreit werden musste. Bei so einer großen Aufregung fiel es den kleinen Hunden auch extrem schwer, bei Herrchen oder Frauchen stehen zu bleiben, während die folgende Übung erklärt wurde. So knatschten sie eifrig und zerrten in die Richtung der anderen Hunde. Plötzlich wurde es jedoch ernst für die Hundebabys. Es galt eine Mutprobe zu bestehen. Sie mussten durch einen kleinen Vorhang aus Flatterband und leeren Joghurtbechern gehen und Leckerchen aus einem Pappkarton holen, indem sie hinein kletterten.
Locken mit
Leckerchen
Schwieriger von beidem schien jedoch der Vorhang zu sein, der selbst die junge Golden Retriever Hündin Sira, die beim Spielen den gesamten Rest der Gruppe aufgemischt hatte, vor ein Problem stellte. Da half alles Locken mit dem Leckerchen nicht. Es musste einen kleinen Schubs von der Trainerin geben, um ihr zu zeigen, dass der Vorhang nichts Schlimmes ist.
Wie auch die Besitzer von Hera und Sira hatten meisten der anwesenden Hundebesitzer vorher noch keinen Hund. Ihre Gründe, sich einen zuzulegen waren dabei genauso unterschiedlich, wie die Familien selbst. „Ich wollte einen Jagdhund und meine Frau durfte sich dann einen aussuchen, der ihr gefällt“ erklärte Alexander Stocker, der Besitzer von Hera. Seinen Entschluss für einen Hund hat er bisher nicht bereut. „Es ist eine Bereicherung“ sagte er mit Blick auf den kleinen schmalen Hund mit dem unschuldigen Gesichtsausdruck und ergänzte: „Es ist zwar viel Arbeit, aber man bekommt auch so viel zurück.“
Spielerisch Befehle
beibringen
Die Mutproben waren allerdings nicht alles, was in dieser Stunde auf dem Plan stand. Nun waren Herrchen und Frauchen gefragt: Trainerin Rita Goldacker erklärte den frischgebackenen Hundebesitzern, wie man ihnen spielerisch das Sitz machen oder bei Fuß gehen beibringt und wie man richtig lobt, denn dabei ist das einfache „fein gemacht“ nicht genug. Alle Übungen waren für die Hunde in ein Spiel verpackt. „Was der Hund spielerisch und ohne Zwang lernt, das macht er sein ganzes Leben lang gerne“ erklärte Simona Marquardt, erste Vorsitzende des Gebrauchshundevereines Budberg-Baerl, den Grundsatz ihrer Hundeschule.
Letztendlich haben vor allem die Menschen viel darüber gelernt, wie sie sich ihrem Hund gegenüber verhalten müssen. Siras Frauchen Andrea Daniel hat vor allem aus der Stunde mitgenommen, dass sie ihr jung Hündin nicht ziehen darf, wenn diese nicht laufen möchte, sondern sie locken sollte. Zudem sei ihre Sira mit andern Hunden lebhafter als zu Hause. „Dafür ist man ja hier. Man lernt seinen Hund richtig kennen“ sagte sie und lachte. Zum Abschluss der Stunde war noch mal kurz Zeit zum Spielen. Auch wenn die jungen Hunde schon längst nicht mehr so wild tobten und sichtlich müde wurden. Trainerin Rita Goldacker zeigte sich zufrieden mit ihren Schülern. „Es ist ganz toll“ sagte sie über das Verhalten der Besitzer und ergänzte „sie nehmen sich ganz viel an von dem, was ich sage.“ Wirklich schwierig werden die Hund ihrer Meinung nach ohnehin erst mit sieben bis acht Monaten, wenn sie ihre Grenzen austesten und man nicht alles Gelernte auch umgesetzt hat...